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| Die Schaubühne am Premierenabend Foto: Bienert |
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Donnerstag, 17. Januar 2013
Im Theater (44): "Der Tod in Venedig" an der Schaubühne
Dienstag, 8. Januar 2013
Die Witwe Robert Enkes geht juristisch gegen das Maxim-Gorki-Theater vor
Die Witwe des Torwarts Robert Enke, der sich 2009 das Leben nahm, geht juristisch gegen das Maxim-Gorki-Theater vor. Intendant Armin Petras brachte im Mittelteil seiner Inszenierung Demenz, Depression und Revolution am vergangenen Samstag eine Geschichte von tödlich verlaufender Depression auf die Bühne, die offenbar durch den Fall Enke inspiriert war. Dazu erklärte das Theater heute abend: "Sollten durch unsere Aufführung die Gefühle von Frau Enke verletzt worden sein, bedauern wir dies außerordentlich. Dem Maxim Gorki Theater und dem Team um den Regisseur Armin Petras ging es ausschließlich darum, an dieser Stelle das persönliche Schicksal Enkes und seines Krankheitsbildes in einen archetypischen und damit allgemeingültigen Fall zu überführen und sich auf diesem Weg mit der Krankheit Depression künstlerisch auseinanderzusetzten und das Ergebnis zur Diskussion zu stellen. Den an einer Depression Erkrankten wird in unserer Inszenierung Hochachtung und Respekt entgegengebracht, wie sich auch der Premierenberichterstattung entnehmen lässt. Dem Maxim Gorki Theater ist es ein wichtiges Anliegen alle durch das Theaterstück entstandenen Probleme und Fragen einvernehmlich mit Frau Enke zu klären und zu einer Lösung beizutragen. Bis eine solche gefunden ist, verzichtet das Maxim Gorki Theater bis auf weiteres auf die Ansetzung des zweiten Teils der Aufführung." Als Augenzeuge der Premiere kann ich bestätigen, dass die Inszenierung keineswegs den Eindruck erweckte, hier werde das Schicksal Robert Enkes und seiner Familie ausgeschlachtet oder grob damit umgegangen. Allerdings hätte das Theater den Kontakt zur Witwe früher suchen sollte. Als ein Buch über die Krankheit ihres Mannes erschien, hat sie die Film- und Theaterrechte ausdrücklich ausgeklammert, damit nicht passiert, was jetzt passiert ist: dass jemand ihre Geschichte auf die Bühne oder ins Fernsehen bringt, ohne sie um Erlaubnis zu fragen. Das hätte das Theater zur Kenntnis nehmen müssen. Schade, wenn nun die absolut diskussionswürdige Inszenierung nach einer einzigen Vorstellung von der Bühne verschwindet bzw. nur noch als Torso zu sehen ist.
Montag, 7. Januar 2013
Im Theater (43): Demenz, Depression und Revolution am Maxim-Gorki-Theater
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| Auf dem Sprung von Berlin nach Stuttgart: Armin Petras alias Fritz Kater Foto: Bienert |
Wenn das Theater sich als Ort der Selbstaufklärung einer Gesellschaft versteht, dann gehört das Thema Demenz auf die Bühne, keine Frage. Aber wie? Armin Petras, der künftige Chef des Stuttgarter Staatsschauspiels, ist nicht der Intendant, der reflexartig Shakespeares „König Lear“ auf den Spielplan setzt und die Theatermaschinerie einfach weiterlaufen lässt. Er hat mit seinen Schauspielern ein Geriatriezentrum in Berlin besucht und sie in Alterssimulationsanzüge schlüpfen lassen, um herauszufinden, wie man sich hilft, wenn die Gelenke, Muskeln und Augen versagen. Bei seinem Alter Ego, dem Dramatiker Fritz Kater, gab der Regisseur Armin Petras ein Stück zum Thema Demenz in Auftrag. Fritz Kater lieferte eine Collage aus kleinen Versatzstücken, gespeist aus Erfahrungsberichten und Demenzdiskurssplittern.
Donnerstag, 27. Dezember 2012
Hindernisse mit Fantasie wegräumen
Sonntag, 16. Dezember 2012
Büchermachen vor 200 Jahren - eine Adventsgeschichte
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| Erstausgabe der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm, 1812 |
Dienstag, 11. Dezember 2012
Merzbau statt Pantheon: Der neue Lesesaal der Staatsbibliothek Unter den Linden
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| Der alte Lesesaal (1914-1944) |
Der
Kuppellesesaal der Preußischen Staatsbibliothek in Berlin war ein magischer Ort
zwischen den Weltkriegen. „Brennpunkt der Ellipse, die mich hier bannt“,
schrieb 1928 Walter Benjamin, einer der Stammkunden, der die Bibliothekare mit
ellenlangen Listen fehlender Bücher auf Trab brachte. „Staatsbibliothek,
Kaschemme / Resultatverließ, / Satzbordell, Maremme,/ Fieberparadies“, delirierte
Gottfried Benn in einem Gedicht und rühmte das „wunderbare Flackern von einem
Buch zum andern“.
Das
Pantheon der Leser besaß eine größere Kuppel als der Berliner Dom, darunter
waren die Leseplätze in Kreisen um eine leere Mitte angeordnet, jeder durch
eine Glasschirmlampe bezeichnet. Denn durch die Rosettenfenster strömte nur
dämmriges Licht ins Herzstück des neobarocken Bücherpalastes, mit dem Hofbaumeister Ernst von Ihne in zehnjähriger Bauzeit ein ganzes Straßenkarree
an der preußischen Siegesallee füllte. 170 Meter lang, 107 Meter breit: Als der
alte Lesesaal in Anwesenheit des Kaisers am 22. März 1914 eingeweiht wurde, war
das Berliner Bibliotheksgebäude das größte der Welt.
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| Der neue Lesesaal (2012) |
Durch
eine Luftmine im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, stand der Lesesaal noch
bis 1975 als Ruine da. Nach dem Totalabriss was Platz für vier Magazintürme,
mit denen die Bibliothekare jedoch nie richtig froh wurden. Sie mussten einem
neuen Lesesaal des Stuttgarter Architekten HG Merz weichen, der gestern
übergeben wurde und ab März 2013 mit Büchern bestückt und für das Publikum
geöffnet sein soll.
Dauerbaustelle
aber bleibt die Stabi noch länger, weil jetzt erst der Hauptflügel Unter den
Linden instandgesetzt wird. So ist es noch nicht möglich, die imposante
Raumfolge von der Allee durch den Brunnenhof und das Vestibül hinauf in den
neuen Lesesaal abzuschreiten. Durch einen Hintereingang am schon sorgfältig sanierten Nordflügel gelangen die Leser
in ein grusliges Provisorium. Dort wo in ein paar Jahren ein Bibliotheksmuseum kostbarste
Bücher und Handschriften präsentieren soll, sind vorerst
Katalogrechercheplätze, Garderobe und Besucherschleusen in limonengrün
gestrichenen Räumen untergebracht. Die Mitarbeiter, die hier Dienst tun sollen,
haben schon gegen die Verbannung in diese giftgrüne Vorhölle protestiert. Die
List des Architekten ist klar: Keinen Tag länger als nötig soll dieses
Provisorium dauern. Freundlich gegenüber Mitarbeitern und Benutzern ist das
aber nicht.
Montag, 10. Dezember 2012
Fotos vom neuen Lesesaal der Staatsbibliothek Unter den Linden
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| Der neue zentrale Lesesaal mit transparenter Überdachung vor der Übergabe. |
Hinweis: Am Samstag, dem 15. 12. 2012 von 11 bis 18 Uhr findet einmalig ein Tag der offenen Tür in dem Gebäude statt. Danach bleibt es bis März geschlossen! Eingang an der Dorotheenstraße 27.
Freitag, 7. Dezember 2012
Im Licht von Amarna - 100 Jahre Fund der Nofretete - verlängert bis 4. August 2013!
Von Elke Linda Buchholz - Der 6. Dezember 1912 war ein "Duseltag" für den
Archäologen Ludwig Borchardt, wie er in sein Grabungstagebuch notiert. Das
Stück, das er an diesem Tag aus dem Wüstensand barg, war so ungewöhnlich, dass
dem sonst so sachlichen Wissenschaftler die Worte fehlten: "Beschreiben
nützt nichts, ansehen", kritzelte er neben eine Handskizze der Büste. Dass an dieser
Stelle mit spannenden Funden zu rechnen war, hatte das Archäologenteam bereits
vermutet. Unvollendete Skulpturen deuteten darauf, dass sich hier eine
Bildhauerwerkstatt befunden haben musste. In einer ehemaligen Abfallgrube stieß
man auf eine zerbrochene Pferdescheuklappe aus Elfenbein und entzifferte darauf
den eingeritzten Namen des Künstlers: Thutmosis. Er gilt als Schöpfer der
Nofretete.
Mittwoch, 5. Dezember 2012
Kulturpolitik: Bettensteuer für die freie Szene?
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| Freie Kulturszene in Berlin: Nachtleben vor den Sophiensälen |
Montag, 3. Dezember 2012
Mädchenhandel, damals
Das Foto zeigt Paula Waisman, fotografiert 1925 von der Polizei in Danzig. Kurz nach ihrer Hochzeit in Warschau brannte sie mit einem älteren Geschäftsmann durch, nicht ahnend, dass ihr Liebhaber ein Menschenhändler war. Er hatte bereits einen gefälschten Pass für die junge Frau besorgt und ein Visum nach Mexiko eintragen lassen, als die Polizei ihn schnappte. Im Centrum Judaicum erzählt eine exzellent inszenierte Ausstellung die Geschichte jüdischer Frauen, die im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts in die Prostitution getrieben wurden und weitab von ihrer Heimat als Sexsklavinnen arbeiten mussten. Oft führte ihr Weg von Osteuropa nach Amerika, wo schon im 19. Jahrhundert eine große Nachfrage nach Frauen für die weißen Siedler im Wilden Westen bestand. Der Ausstellungstitel "Der gelbe Schein" bezieht sich auf ein Ausweispapier von Prostituierten im zaristischen Russland, gegen das auch jüdische Frauen ihre Personalpapiere eintauschten, die nicht in diesem Beruf arbeiteten: Für sie war es fast der einzige Weg, die für Juden reservierten Ghettos und Ansiedlungsrayons zu verlassen und in Städten wie Moskau oder St. Petersburg ihr Glück zu versuchen. Weitere Informationen zur Ausstellung
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| Blick in die Ausstellung Der gelbe Schein |
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