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Montag, 22. Juni 2020

Moabiter Fröhlichkeit

Marco P. Schaefer im Projektraum KURT KURT, 2020  

Marco P. Schaefer hat die Corona-Zeit genutzt, um im Projektraum KURT KURT zwei großformatige Werke zu schaffen. Ein Besuch in Tucholskys Geburtshaus in Moabit. 

Von Michael Bienert   Dass in diesem Teil Moabits niemals reiche Leute wohnten, verrät die baumlosen Lübecker Straße sofort. Schnurgerade haben Spekulanten der Kaiserzeit sie mit Mietskasernen bepflanzt. Was im Krieg kaputt ging, wurde mit Mietsblocks wieder aufgefüllt. In dieser sehr typischen Berliner Straße wurde Tucholsky 1890 geboren. Würde er heute dem Volk aufs Maul schauen, würde er hier viele Fremdsprachen hören. Lübecker Straße 13 in Moabit: Tucholskys Geburtshaus steht noch und trägt eine schlichte Gedenktafel, die schon mal gestohlen wurde und deshalb besonders fest in der Wand verankert ist. Es gibt ja nicht viele Geburtshäuser populärer und kluger Schriftsteller in Berlin. Trotzdem hat es die Kulturverwaltung nie geschafft, hier einen informativen Anlaufpunkt für die vielen Tucholsky-Fans zu etablieren. Die Lübecker Straße dokumentiert nicht nur materielle, sondern auch geistige Armut. Zuende lesen auf www.text-der-stadt.de

Montag, 30. September 2019

Das Erbe der Diktaturen - Ines Geipels "Umkämpfte Zone"

Von Michael Bienert. Ines Geipel trägt als Autorin ein schweres Gepäck. Beide Großväter waren tief in Naziverbrechen verstrickt, der Vater arbeitete als Agent für die DDR-Staatsicherheit und tobte seine Aggressionen an den eigenen Kindern aus. 
Die Tochter wurde berühmt als DDR-Topsprinterin, ohne ihr Wissen mit Dopingmitteln vollgepumpt und von der Stasi brutal aus dem Spiel genommen, als sie sich in einen Athleten aus dem Westen verliebte. Kurz vor dem Mauerfall floh sie über Ungarn in die Bundesrepublik, wurde Schriftstellerin und Professorin für Verslehre an der Schauspielschule „Ernst Busch“ in Berlin. Mit Joachim Walther sammelte Ines Geipel Texte von in der DDR mundtot gemachten Autoren in einem Archiv für unterdrückte Literatur, dafür wurde sie 2011 mit dem Antiquaria-Preis geehrt. 
Dem Verschwiegenen eine Stimme geben, dieses Motiv zieht sich auch durch ihr neues Buch. Auslöser war der Krebstod des jüngeren Bruders. Berührend schildert die Autorin, was die Geschwister so eng aneinander band. Als Kinder gaben sie sich gegenseitig Halt in der stummen Gewaltatmosphäre der Familie: „Was nicht greifbar sein sollte, was wir sichern mussten, brachten wir beim andern unter. Dort war es geschützt und konnte überdauern.“ Umso schmerzhafter war der Abschied vor dem Bruder, der geholfen hatte, dem familiären Anpassungsdruck zu widerstehen. 
Ines Geipel malt den Familienterror nicht aus. Sie bettet ihn in einen weiten geschichtlichen Kontext ein. Sie deckt die Schuldverstrickung der Großelterngeneration auf, die in der DDR weitgehend unaufgearbeitet blieb. Es gab zwar einen staatlich verordneten Antifaschismus und Erinnerungsrituale, doch in den Familien wurden die konkreten Charakterdeformationen durch die NS-Diktatur beschwiegen und unter der kommunistischen Parteiherrschaft zementiert. Dreißig Jahre nach dem Untergang des SED-Staates zeigt sich das in einer explosiven Mischung aus Geschichtsverleugnung und Radikalisierung, die vom Osten ausgehend das gesamte politische System der Bundesrepublik erschüttert. 
Ines Geipel nutzt die eigene Familiengeschichte als Schlüssel für das Unerzählte, das politisch derart mächtig geworden ist. Eine wagemutige Konstruktion. Doch sie erweist sich als belastbar. Aus schwerem Gepäck wird eine erhellende Erzählung. 

Ines Geipel: Umkämpfte Zone. Mein Bruder, der Osten und der Hass. 
Klett-Cotta, Stuttgart 2019, 280 Seiten, 20 Euro

Samstag, 1. Juni 2019

Buchstaben für das Humboldt-Forum

Ralf de Moll
Foto: Michael Bienert
Als das alte Berliner Schloss noch stand, bauten Arbeiter in den Pankehallen Geldschränke und Tresore. Seit 1985 aber gipsen, meißeln, sägen und schweißen Künstler in der roten Backsteinfabrik am Gesundbrunnen. Für drei Monate haben sich nun Christiane Dellbrügge und Ralf de Moll in die Formwerkstatt eingemietet, um 110 Buchstaben für einen Schmuckfries im Humboldt-Forum zu fabrizieren. Michael Bienert hat sie besucht und im Tagesspiegel darüber berichtet. Hier lesen

Mittwoch, 31. Januar 2018

Max Reinhardts Reisetasche wieder in Berlin

Einen Kleinlaster voller Dokumente und persönlicher Gegenstände aus dem privaten Nachlass Max Reinhardts hat das Stadtmuseum Berlin erworben, zu welchem Preis, darüber wurde Stillschweigen vereinbart. Ein paar Stücke aus der Erwerbung wurden heute am Rand des Jahrespressekonferenz des Stadtmuseums gezeigt: eine offenbar viel benutzte Reisetasche des alle überragenden Berliner Theaterregisseurs des frühen 20. Jahrhunderts, ein von ihm selbst entworfenes Siegel, eine Krawattennadel und ein Zeitungsetui, Theaterzettel und das „Time“-Magazin mit dem Konterfei des vor den Nazis ins Exil geflohenen Theatermannes auf dem Titel. Der umfangreiche Bestand wird nun erschlossen und soll danach in der digitalen Sammlungspräsentation des Stadtmuseums recherchierbar sein. Das Stadtmuseum verfügt ohnehin über eine riesige theaterhistorische Sammlung, die Gegenstände aus den Besitz Max Reinhardts ergänzen sie um Objekte mit einer ganz persönlichen Aura.

Mittwoch, 10. Januar 2018

Hyperlokal, kosmopolitisch und kinderfreundlich - der Neustart am Literaturhaus Berlin

Literaturhaus Fasanenstraße 23
Foto: Bienert
"Was ist das für ein Haus hier?" Mit dieser Frage haben sich Janina Gelinek und Sonja Longolius erfolgreich um ihren neuen Arbeitsplatz beworben. Seit dem 1. Januar 2018 leiten die Literaturwissenschaftlerinnen und -vermittlerinnen das Literaturhaus in der Berliner Fasanenstraße, besser gesagt: Sie bereiten den Programmstart pünktlich zum kalendarischen Frühlingsanfang vor. Ihr neues Konzept für die alte Villa ist inspiriert von dessen Geschichte: In der Gründerzeit erbaut für einen Korvettenkapitän, war es später Lazarett, Volksküche, Studentenklub, Café, Diskothek, Bordell - und ab 1986 das erste Literaturhaus, das sich so nannte, Vorbild für inzwischen über 20 Literaturhäuser im deutschsprachigen Raum. Der vorige Leiter Ernest Wichen gehörte noch der Gründergeneration an, jetzt übernimmt eine deutlich jüngere Generation das Steuer in der Kapitänsvilla.
"Wir sind die Erasmus-Generation" fasst Gelinek den kosmopolitischen Werdegang der neuen Leitung zusammen, die bestürzt ist darüber, dass ein Europa ohne spürbare Binnengrenzen neuerdings wieder infrage gestellt wird. Deshalb soll das Literaturhaus zum "Reservelazarett" für den europäischen Gedanken werden, gar ein europäischer Feiertag in der Fasanenstraße ausgerufen werden. "Wohnhaus" soll es sein für die wachsende Zahl von Alt- und Neuberlinern, als "Clubhaus" wieder attraktiv für Studierende werden, "Garküche" für das Sprachenwirrwarr der nach Berlin Geflüchteten. Im "Freudenhaus" werden neue Veranstaltungsformate ausprobiert und unter der Rubrik "Baumhaus" wird es künftig auch ein Kinder- und Jugendprogramm an der Fasanenstraße geben.
Sonja Longolius und Janina Gelinek
Foto: Nina Zimmermann
"Berlin als Schaffensort" heißt eine der neuen Programmreihen, dabei ist vor allem an Autoren nichtdeutscher Herkunft gedacht. Hyperlokal und international, das ist kein Gegensatz in Berlin, sondern ein Kapital. Die beiden Leiterinnen wollen das Haus in zentraler, verkehrsgünstiger Lage für das öffnen, was  nahe liegt: "Wir möchten gerne gute Gastgeber sein." Mit einem Frühlingsfest am 20. und 21. März startet das neue Programm, das hoffentlich viele neue Gäste in die Fasanenstraße lockt.
Noch bis 11. März ist im Literaturhaus die Ausstellung "Zwischen den Fronten. Der Glasperlenspieler Hermann Hesse" zu sehen. Weitere Infos unter www.literaturhaus-berlin.de

Donnerstag, 6. Juli 2017

Anita Berber bekommt einen Park

Der naturnahe Anita-Berber-Park auf dem ehemaligen St. Thomas Friedhof in Neukölln wird am 10. Juli durch Senatorin Regine Günther eröffnet. Benannt wird der Park nach der legendären Ausdruckstänzerin Anita Berber, die 1928 auf dem Friedhof der St. Thomas Gemeinde beerdigt wurde. Der Teil des Friedhofs, der in der früheren Einflugschneise des Flughafen Tempelhofs liegt, wurde Ende der 1980er Jahre aufgegeben. Die Grünfläche wurde als Ausgleichsmaßnahme für den Ausbau der Stadtautobahn A 100 naturnah umgestaltet und ist wegen ihrer vielfältigen Flora und Fauna ökologisch wertvoll. - Wann: Montag, den 10. Juli 2017, 13.30 Uhr - Wo: Anita-Berber-Park (ehem. St. Thomas Friedhof) in Berlin-Neukölln Hermannstraße 79-83 (U-Bhf. Leinestraße in Fahrtrichtung auf rechter Seite aussteigen; die Eröffnung findet auf der Platanenallee statt). (Quelle: Senatsverwaltung)

Samstag, 4. März 2017

René Wirth, der Dingemaler

Von Elke Linda Buchholz - Der Maler nimmt den Hammer zur Hand. Unverzüglich muss der Keilrahmen nachgespannt werden, gleich hier in der Ausstellung im Haus am Lützowplatz. Denn auf der weißen Leinwand haben sich Dellen gebildet, Schattenwürfe also. Das darf nicht sein, das lenkt bloß ab. In diesem Fall von dem großen Hühnerei, das sich formatfüllend auf der Leinwandfläche rundet. Es ist ein Ei, sonst nichts. René Wirths malt Dinge. Viel größer als in Wirklichkeit erscheinen sie, aber merkwürdigerweise nicht überdimensioniert – sondern gerade richtig, um die fein dokumentierten Oberflächen genau unter die Lupe zu nehmen. Weiterlesen auf www.tagesspiegel.de

Montag, 30. Januar 2017

Das Döblin-Handbuch

Wer sich näher mit Alfred Döblin befasst, verliert leicht den Überblick. Oder kommt ins Aufzählen, weil dieser Autor - jenseits des kanonisierten Großstadtromans "Berlin Alexanderplatz" - ein nicht nur vom Umfang einschüchterndes, sondern äußert vielfältiges Werk hinterlassen hat, in dem Döblin sich immer wieder neu den großen Zeitfragen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stellte. Entsprechend hoch ist die Mauer von Sekundärliteratur, die sich mittlerweile um das Werk türmt: Eine vom Deutschen Literaturarchiv erstellte neue Personalbibliografie umfasst 5000 Fundstellen zu Autor und Werk, davon alleine 500 zum Roman "Alexanderplatz".
Um sich in dieser Überfülle zu orientieren, kommt das von Sabina Becker herausgegebene, im Metzler Verlag erschienene "Döblin-Handbuch" gerade recht. Versierte Döblinologen haben sich die Herkulesarbeit aufgeteilt und übersichtlich den Stand der Döblin-Forschung zusammengefasst: Der Schwerpunkt liegt dabei weniger auf der Vielfalt der Interpretationen als auf gesicherten Erkenntnissen zur Entstehungsgeschichte einzelner Werke, zu Döblins eigenen Fragestellungen und Herangehensweisen, zur Bedeutung der Themen und Arbeiten innerhalb des Gesamtwerks. Damit bekommen Leser oder Wissenschaftler rasch festen Boden unter den Füßen, wenn sie sich eingehender mit einem der großen Romane, mit der Bedeutung der furiosen Kurz- und Zeitungsprosa, Döblins Poetik, der Haltung des praktizierenden Nervenarztes zu Psychiatrie und Psychoanalyse oder seinem Exilwerk - um nur ein paar Beispiele zu nennen - befassen wollen. Mit anderen Worten: Dieses spröde und massive, aber im Großen und Ganzen doch sehr um Lesbarkeit bemühte 800-Spalten-Nachschlagewerk ersetzt tatsächlich eine ganze Döblin-Sekundärbibliothek. Es macht damit den Blick frei auf die Werke eines Autors, der sich ein gutes halbes Jahrhundert lang immer wieder neu positioniert hat, sowohl weltanschaulich als auch poetisch, der sich nie mit einem einmal erreichten Bewußtseinsstand oder Schreibstil zufrieden gegeben hat - und dadurch immer ein aktueller und inspirierender Autor bleiben wird.


Sabina Becker (Hg.)
Döblin-Handbuch. Leben - Werk - Wirkung
J. B. Metzler Verlag, 2016
400 Seiten, 99,95 Euro
ISBN 978-3-476-05376-3
Verlagsinfos

Freitag, 20. Januar 2017

Der letzte Chamisso-Preis geht an Abbas Khider

Foto: Yves Noir / Robert-Bosch-Stiftung
Der Schriftsteller Abbas Khider erhält den mit 15.000 Euro dotierten Adelbert-von-Chamisso-Preis der Robert Bosch Stiftung 2017. Mit diesem Preis wird sein bisheriges Gesamtwerk geehrt. Darin erweise sich Abbas Khider "als sprachsensibler Beobachter der Verzweiflung, Verstörtheit, Wut und Hoffnung junger Männer, die ihre Heimat verlassen müssen und Zuflucht in Europa suchen", so die Begründung der Jury.
Mit der Wahl unterstreicht sie noch einmal die Bedeutung dieses Preises und was damit verloren geht: ein wirksames Förderinstrument für Schreibende, die in ihren Herkunftsländern keinerlei Chance auf eine literarische Karriere haben. In einer Zeit, in der Nationalisten und Rassisten immer hemmungsloser auftreten und politisch salonfähig werden, hat die Robert-Bosch-Stiftung mir ihrer Abschaffung des renommierten Literaturpreises das falsche Zeichen gesetzt. Er wird ab sofort nicht mehr verliehen, weil die Stiftung ihn - angesichts des Erfolges vieler "eingewanderter" Autoren im Literaturbetrieb - für nicht mehr zeitgemäß hält.
Die mit je 7.000 Euro dotierten Förderpreise gehen an die Autorin Barbi Marković für ihren witz- und schwungreichen Stadtroman "Superheldinnen" (Residenz 2016) sowie an den Autor Senthuran Varatharajah für seinen originellen, als Facebook-Dialog aufgebauten Roman "Vor der Zunahme der Zeichen" (S. Fischer 2016). Weitere Informationen

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Wird Alexander von Humboldt überschätzt?

Matthias Glaubrecht ist Gründungsdirektor des
Centrums für Naturkunde der
Universität Hamburg. Foto: Bienert
Im Tagesspiegel setzt sich Matthias Glaubrecht kritisch mit Andrea Wulfs Buch "Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur" auseinander und kommt zu dem Schluss: "Statt einer Heroisierung Humboldts wird es Zeit, die geläufigen Erzählmuster seiner Biografie aufzubrechen und zu erkennen, dass der kosmische Ansatz von Humboldts Naturverständnis nicht zukunftsfähig war und sein Weltbild längst veraltet ist." Insbesondere verweist Glaubrecht auf Darwin, dessen Evolutionstheorie den Glauben an eine harmonische All-Einheit der Natur überwunden habe. Seine profunde Argumentation kann man hier nachlesen.

Mittwoch, 16. November 2016

Chamisso Schatten - jetzt auch auf DVD

Wer nicht die Gelegenheit hatte oder es einfach nicht geschafft hat, zwölf Stunden im Kino zu verbringen, um der Filmemacherin Ulrike Ottinger auf ihrer Reise in die Beringsee zu folgen, kann das jetzt gemütlich eingemummelt auf dem heimischen Sofa tun. Ab sofort ist ihr Film "Chamissos Schatten" auf vier DVDs erhältlich. Kein schlechtes Weihnachtsgeschenk und ein passender Zeitvertreib für die langen Abende zwischen den Jahren! Mit ihrem Filmteam ist Ulrike Ottinger den Weltreisenden James Cook, Georg Wilhelm Steller und Adelbert von Chamisso in die entlegene Gegend zwischen Sibirien und Alaska nachgefahren, um sie als moderne Ethnologin und Naturforscherin mit der Kamera zu vermessen. Monate verbrachte sie im Schneideraum und montierte die Impressionen von heute mit den historischen Aufzeichnungen früherer Reisender (gelesen von Hanns Zischler, Thomas Thieme und Burkhardt Klaußner) zusammen. Über Ottingers Arbeit und ihre Erfahrungen haben wir bereits berichtet. Hier kann man den außergewöhnlichen, alle herkömmliche Seherfahrungen sprengenden Film bestellen.

Montag, 7. November 2016

Blind Date mit dem Hasen - Cornelia Schleime erhält den Hannah-Höch-Preis - Ausstellung in der Berlinischen Galerie

Cornelia Schleime (2010). Foto: E. L. Buchholz
Von Elke Linda Buchholz - Da sind feine Störungen. Die makellose Haut des jungen Mädchens wird schrundig. Die Malschicht raut auf. Der sahnige Farbauftrag stockt, als dürfe es keine allzu glatten Oberflächen geben. Die klassischen Schönheitsvorstellungen, sinnlichen Frauenblicke und romantischen Motivassoziationen beherrscht die Malerin Cornelia Schleime: Sie kann sie aufrufen, ganz nach Wunsch. Aber immer schleicht sich in ihre großformatigen Gemälde sogleich Ironie ein, eine Lust an Brüchen, ein Misstrauen gegenüber einheitlicher Ästhetik und geschlossenen Bildwelten.
Cornelia Schleime ist eine Künstlern, die seit vielen Jahren am klassischen Pinselmetier festhält. Märchenhaftes bevölkert ihre hybriden Gemälde: Rehlein, Froschbein, Mädchenzopf, Möwenflug. Frauengesichter im Close-Up verschwistern sich mit Anleihen aus Tierreich. Darin nistet auch Erotik. Es geht ums Jagen und Gejagtwerden, ums Verletzlichsein und Gefährlichsein. Auch dem Papst Wojtyla ist die Malerin, selbst katholisch erzogen, zwar in einer Bildserie schon auf den Leib gerückt. Aber ansonsten dominieren bei ihr die Frauen. Sie proben Rollen und Posen, vollführen Metamorphosen. Sie tragen Geweih oder Federn, Schlangenleib oder Rattenkrallen. Jede dieser Rehfrauen, Zopfmädchen und Handschuhträgerinnen könnte die Künstlerin selbst sein. Bei aller mädchenschlanken Zartheit stattet sie ihre Geschöpfe mit einer sehr widerständigen Kraft aus. Furchtlosigkeit blickt einem aus den Augen dieser Frauen entgegen. Sie verführen. Und irgendwas in ihnen ist gefährlich.
Dass Schleime nicht nur im Grenzbereich zwischen Innen- und Außenwelten navigiert, sondern auch in Sprachbildern denkt, verraten Werktitel wie "Wer aus mir trinkt, wird ein Reh", "Die Nacht hat Flügel" oder "Leise spricht die Zunge". Auch einen Roman hat sie schon geschrieben. Er heißt "Weit fort", bearbeitet aber autobiographische Erfahrungen, die der Künstlerin allzu nahegingen. "Ein Wimpernschlag" nennt Schleime nun ihre längst überfällige Retrospektive, die ihr die Berlinische Galerie in diesem Herbst widmet. Der federleichte Titel nimmt dem Anlass seine Wucht: Geehrt wird Schleime für ihr Lebenswerk mit dem Hannah-Höch-Preis, dem wichtigsten Kunstpreis des Landes Berlin. Man bekommt ihn erst nach dem 60. Geburtstag. Rückschau also ist angesagt. (Augenblicke, Blinzeln, ein Leben im Zeitraffer. Doch Vorsicht.) "Inszenieren tu ich mich immer", meinte die Künstlerin einmal in einem Dokumentarfilm: "Ich glaube, damit bin ich schon zur Welt gekommen."
Seit über einem Jahrzehnt hat sich die Großstadtpflanze Schleime dem Biotop Berlin entzogen. Ihr Prenzlberger Wohnatelier steuert sie nur noch sporadisch an. Ansonsten schätzt sie Freiraum und Freiblick im Ruppiner Land. Dort auf dem Dorf hat sie ein altes Gemäuer bezogen, das sich hinten zum freien Feld öffnet. Ohne Grenzen. Geboren wurde Schleime 1953 in Ostberlin. Nicht sehr regimetreu sei ihre Familie gewesen, verrät sie. Aber die Neugier zur frühen Biographie speist die Künstlerin mit wenigen Stichworten ab: Friseurlehre, Maskenbildstudium (abgebrochen), Pferdepflegerin auf der Vollblutrennbahn in Dresden. Wichtiger wird, was dann kommt: Fünf Jahre Kunststudium in der DDR machen Cornelia Schleime zum Teil einer aufmüpfigen Untergroundszene, die sich in Punk, Performances und Atelierausstellungen sich eine eigene Öffentlichkeit kreiert. Ausstellungsverbote bremsen Schleime aus. Sie antwortet mit Kopfeinschnürungen, Körperbemalungen, festgehalten auf Fotos und experimentellen S8-Filmen. Dass der Staat immer mitmischte und selbst das Privateste unterminierte, zeigte sich später, als der Freund Sascha Anderson sich als Stasispitzel entpuppte. Mittlerweile hat Schleime sich mit ihm ausgesöhnt, wie sie unlängst zu Protokoll gab. Was sie vor ihrer 1984 ertrotzten Übersiedlung in den Westen malte, zeichnete und filmte, ist nahezu komplett verschollen. Eine Leerstelle klafft im Oeuvre. Ein paar Fotos, Filmrollen und Reisetagebücher dokumentieren Bruchstücke davon. Und Spuren von Erfahrungen bleiben immer. Die Narben tragen ihre Protagonistinnen noch auf der Haut. Vielleicht sind es diese merkwürdig schrundigen Partien in Schleimes Gemälden aber auch nur Störfelder, bewusst eingebaut, um den Betrachter nicht einzulullen, sondern wachzuhalten. Wachsam und empfänglich für die Untertöne, die Fragen, die diese Bilder stellen und partout nicht beantworten wollen.
Eine Schlüsselszene Schleimes wiederholt sich seit Jahren an verschiedenen Schauplätzen, als One-Woman-Performance: Eine Frau zieht an ihren überlangen Zöpfen einen Kinderwagen hinter sich her. Sie passiert 1993 im buntgetupften Minirock das Haus eines Stasi-Offiziers, streift 2009 barfuß über Brandenburger Stoppelfelder, taucht 2010 in die Ostseebrandung ein, schreitet 2015 in Pelzstiefeln die Orangerie von Schloss Putbus ab. Die Geschichte ist nicht zu Ende. Die Erinnerungen im Schlepptau, geht es voran.

Ausstellung in der Berlinischen Galerie vom 25.11.2016 bis 24.4.2017 http://www.berlinischegalerie.de/ausstellungen-berlin/vorschau/cornelia-schleime/

Montag, 23. Mai 2016

Anita Lasker-Wallfisch in der Galerie Parterre - Uraufführung einer Komposition von Hermann Keller am 26. Mai 2016

Anita Lasker-Wallfisch wurde 1925 als jüngste von drei Töchtern des deutschen Rechtsanwalts Alfons Lasker und der Geigerin Edith Lasker in Breslau geboren. Sie ist eine der letzten Überlebenden des sogenannten »Mädchenorchesters von Auschwitz«. Ihre älteste Schwester Marianne konnte Ende 1939 nach England in Sicherheit gebracht werden, 1942 wurden Lasker-Wallfischs Eltern deportiert und ermordet. Gemeinsam mit ihrer Schwester Renate versuchte Anita Lasker-Wallfisch, mit Hilfe gefälschter Pässe nach Frankreich zu entkommen. Beide wurden verhaftet und nach Gefängnisstrafen ins KZ Auschwitz deportiert. Anita wurde als Cellistin und Renate als Notenwart Mitglied im Lagerorchester. Im November 1944 wurden die Schwestern ins KZ Bergen-Belsen verlegt und dort am 15. Ap­ril 1945 von britischen Truppen befreit. Wenige Monate später trat Anita Lasker-Wallfisch im »Lüneburger Prozess« als Zeugin auf. 1946 wanderte sie nach Großbritannien aus und wurde Mitbegründerin des Londoner English Chamber Orchestra. Dort spielte sie bis 2000 als Cellistin. 1994 besuchte sie zum ersten Mal wieder Deutschland. Herman Keller schrieb sein Stück als eine Hommage an Anita Lasker-Wallfisch. Seit langer Zeit bemüht er sich um die Uraufführung in Anwesenheit der Künstlerin, die nun von der Galerie Parterre Berlin in Zusammenarbeit mit dem Berliner Kabinett e.V. realisiert werden konnte.

Freitag, 4. März 2016

Ein Film über der Architekten und Stadtplaner Ernst May

Ernst May
Quelle: http://deutsches-filminstitut.de
Beim Namen Ernst May denkt man in erster Linie an das Neue Frankfurt. Innerhalb von nur fünf Jahren schuf der Architekt und Städtebauer für dieses Projekt zwischen 1925 und 1930 rund 15.000 Wohnungen, avantgardistische öffentliche Bauwerke und eine zeitgemäße soziale Infrastruktur. Er selbst sprach von der „Revolution des Großstädters“, die er seiner Vaterstadt Frankfurt damit ermöglichte. Doch das Neue Frankfurt machte nur einen kleinen Teil des OEuvres Ernst Mays aus. Er war auch in der Reichsforschungsgesellschaft für Wirtschaftlichkeit im Bau- und Wohnungswesen aktiv und an den Planungen für die Reichsforschungssiedlung in Spandau-Haselhorst beteiligt. In den 1930er Jahren führte ihn seine Arbeit in die Sowjetunion, wo er vor dem Hintergrund der forcierten Industrialisierung moderne Arbeiterstädte aus dem Boden stampfte. Anschließend war er 20 Jahre als Privatarchitekt in Ostafrika tätig. Hier realisierte er nicht nur avantgardistische Villen für wohlhabende europäische Siedler, sondern übertrug mit der Erweiterung der Stadt Kampala auch sein städtebauliches Können in den afrikanischen Kontext. Der 90minütige Dokumentarfilm erzählt in drei Kapiteln die zentralen Lebensabschnitte Ernst Mays, die sich mit drei seiner Großprojekte decken.

9. März 2016, 19 Uhr
Max-Lingner Haus, Beatrice-Zweig-Straße 2, 13156 Berlin
«EINE REVOLUTION DES GROSSSTÄDTERS» ERNST MAY—ARCHITEKT UND STADTPLANER AUF DREI KONTINENTEN 
Ein Film von Otto Schweitzer (2015), vorgestellt von Dr. Eckhard Herrel und Julius Reinsberg (ernst-may-gesellschaft Frankfurt/M.) 

Dienstag, 23. Februar 2016

Im Theater (60): "Lesung trifft Impro" mit Dirk Lausch und Thomas Jäckel

Dirk Lausch und Thomas Jäckel
Der eine liest vor, was die Zuhörer mitgebracht haben - ein Gedicht von Morgenstern, eine Seite aus einem Schundroman oder einer verblasenen kunsthistorischen Abhandlung, einen Kassenzettel oder eine Gebrauchsanweisung -, der andere improvisiert über das Gelesene, erfindet eine Kriminalgeschichte, einen witzigen Dialog oder reimt aus dem Stehgreif. Dirk Lausch und Thomas Jäckel sind nach etlichen Auftritten ein eingespieltes Team, das humorvoll durch Abende führt, bei denen vorher keiner weiß, was dabei herauskommt. Klar, dass niemand in der Lage ist, auf Stichwort-Zurufe aus den Publikum spontan Hochliteratur zu produzieren, aber es ist doch beachtlich, was Thomas Jäckel an erzählerischen Finessen und Pointen aus dem Hut zaubert. Wobei die Spannung sich vor allem daraus ergibt, dass man als Zuhörer dem Text im Augenblick seiner Entstehung lauscht und dem sympathischen Improvisator wünscht, dass er sich nicht blamiert. Geschickt beziehen die beiden Performer ihr Publikum ins Improvisationsgeschehen ein und helfen einander mit viel Witz über Blackouts und Kreativitätskrisen hinweg. Das alles ist kurzweilig, überraschend und hinterlässt das gute Gefühl, mit viel Grips unterhalten worden zu sein. Die nächsten Auftritt von Lausch & Jäckel:

Mittwoch, 2. März 2016 ab 19 Uhr im MedienPoint, Crellestraße 9 (Eintritt frei, Spenden erbeten) und
Dienstag, 22. März 2016 an 19 Uhr, Kulturring e. V., Ernststraße 14-16, 12437 Berlin.

Weitere Termine auf der Website des Theaters ohne Probe.

Dienstag, 1. Dezember 2015

Weltreise - Ulrike Ottingers Ausstellungsinstallation in der Staatsbibliothek

Die Weltreisenden des 18. und 19. Jahrhunderts hatten nicht die Möglichkeit zu fotografieren und filmen, sie mussten genau hinschauen, zeichnen, beschreiben und sammeln. Adelbert von Chamisso ließ sich von Eskimos kleine Walmodelle aus Holz schnitzen, nach denen er später Zeichnungen anfertigte. Beides ist nun in der Staatsbibliothek zusammen mit Filmaufnahmen zu sehen, die die Künstlerin und Filmemacherin Ulrike Ottinger von einer Reise in die Beringsee mitgebracht hat. In einer brillanten Großprojektion ist das Auftauchen der Wale von einem schwankenden Schiff zu erleben: Buckel, Schwanzflosse und Atemstrahl, ein großartiges Schauspiel, wie es sich nicht anders dem Naturforscher Chamisso auf dem russischen Segelschiff "Rubrik" bot.
Die von Ulrike Ottinger und Jutta Weber gestaltete Ausstellung "Weltreise" der Staatsbibliothek versammelt selten gezeigte Aufzeichnungen, Skizzen und Mitbringsel der großen Weltreisenden Johann Reinhold Forster, Alexander von Humboldt und Adelbert von Chamisso, kombiniert mit Auszügen aus Ottingers eigenen Arbeitsbüchern und Notizen.

Dienstag, 24. November 2015

Am Rand der Welt - Ulrike Ottinger auf den Spuren Chamissos

Von Michael Bienert. In einer Ecke des großen Zimmers steht ein historischer Globus. Rundum Bücherregale, deren oberste Ablage dicht mit Dutzenden exotischer Holzmasken und Skulpturen besetzt ist. So stellt man sich das Arbeitszimmer eines Ethnologen des 19. Jahrhunderts vor. Ulrike Ottinger empfängt in ihrer Wohnung in einem alten Kreuzberger Mietshaus und entschuldigt sich für den Termin am Sonntagabend: »An den andern Tagen sitze ich 15 bis 18 Stunden im Schneideraum.« Mit unerhörter Disziplin arbeitet die 73-jährige Künstlerin und Filmemacherin daran, ihr neuestes Projekt im Zeitplan zu halten. Bis Dezember sollen der zwölfstündige Kinofilm »Chamissos Schatten«, eine Ausstellung in der Berliner Staatsbibliothek und eine Fotoausstellung fertig sein...

Weiterlesen können Sie den ausführlichen Bericht über Ulrike Ottingers Chamisso-Projekt im jüngsten Chamisso-Magazin der Robert Bosch Stiftung (Ausgabe Oktober 2015) ab Seite 14. 

Die Ausstellung "Weltreise" wird am 1. Dezember 2015 um 18 Uhr in der Staatsbibliothek zu Berlin eröffnet.

Freitag, 27. März 2015

Sex bis zum Umfallen

Sex mit Siebzig, Achtzig, Neunzig? Nur zu, rät die in Berlin lebende Sexpertin Vanessa del Rae. Wenn der Wunsch da ist, gibt es vermutlich nichts Besseres, um sich fit zu halten. Nach einem Workshop in einem Altersheim, so erzählt sie, sei sie von der Leiterin diskret gebeten worden, doch noch im Zimmer einer Hundertjährigen wobei zu schauen. Die lebenslustige alte Dame wollte sich erklären lassen, wie frau einen Vibrato richtig bedient.
In der Altenpflege kennt Vanessa del Rae sich aus, sie hat selber viele Jahre in dem Beruf gearbeitet, sogar in leitender Funktion. Mitte Vierzig ist sie ausgestiegen, hat eine Coachingausbildung absolviert, sich in Berlin selbständig gemacht und eine Sensuality School gegründet. In ihrem Buch Sex Deluxe plaudert sie aus der Praxis, erzählt vor allem von Frauen, die nach der Menopause noch nicht genug vom Sex haben und richtig durchstarten. Es ist ein munteres Aufklärungsbuch für die Silver Generation, frei nach Kants Motto: Hab den Mut, Dich Deine eigenen Körpers zu bedienen. Auch wenn Du Falten hast, einen Hängebusen, die Gelenke krachen und mit kleinen blauen Pillen nachgeholfen werden muss. Schluß mit dem Jugendlichkeitswahn! Die Leute leben länger, die Gesellschaft insgesamt wird älter, da ist es höchste Zeit, Sex im Alter nicht länger als Tabuthema zu behandeln.
Die ganz geheimen Tipps hat die umtriebige Autorin allerdings auch nicht auf Lager und wer wirklich medizinische oder psychologische Hilfe braucht, weil es einfach nicht klappen will mit der Lust, wird sie anderswo suchen müssen. Aber sie findet einen sehr angemessenen, humorvollen Ton, um ihre Mutmachbotschaft an den Mann und die Frau zu bringen. Der Verlag hat den Band liebevoll ausgestattet, elegant in Grau eingebunden und mit appetitlichen Schwarzweißfotos eines gutaussehenden älteren Paares beim Silver Sex bebildert. Ein stilsicheres und geschmackvolles Buch zu einem Thema, bei dem es vielen immer noch die Sprache verschlägt.

Vanessa del Rae
Sex Deluxe. Sinnlich älter werden.
Bastei Lübbe, 2014
288 Seiten, gebunden, 19,99 Euro

Zur Website der Autorin

Sonntag, 15. März 2015

Schlemihl im arabischen Frühling

Foto: Michael Bienert
Das ist Lobna Fouad, Germanistin aus Kairo, bei einem Besuch in der Berliner Staatsbibliothek. Neben ihr liegt die Originalhandschrift von Peter Schlemihls wundersamer Geschichte, dem berühmtesten Werk des Dichter und Naturforschers Adelbert von Chamisso. Lobna Fouad hat die Erzählung erstmals ins Arabische übersetzt. Im neuen Chamisso-Magazin der Robert Bosch-Stiftung porträtiert Michael Bienert die Übersetzerin, außerdem werden dort die neuen Preisträger des Chamisso-Preises vorgestellt. Zur PDF-Ausgabe

Freitag, 17. Oktober 2014

Neuer CIEE-Bildungscampus in Kreuzberg

Und wo geht es hier zum Richtfest?
In einem alten Fabrikgebäude in der Kreuzberger Gneisenaustraße 27 entsteht ein neuer Bildungscampus mit Unterkünften, Seminar- und Veranstaltungsräumen für 200 Studenten. Träger des Projekts ist das CIEE Global Institute, die größte Organisation für den internationalen Studentenaustausch in den USA. Heute war Richtfest, ab August 2015 werden amerikanische, aber auch deutsche Studenten in dem neuen Haus wohnen und lernen. Die Investition in den Standort Berlin durch die Organisation, die jährlich rund 50.000 Studenten den Aufenthalt in über 40 Ländern ermöglicht, ist auch eine Auszeichung für die Bundeshauptstadt: Das kulturelle Angebot, der Forschungsstandort und das Flair von Berlin haben die Verantwortlichen überzeugt. Direktor des Berliner Instituts ist der Literatur- und Kulturwissenschaftler Cary Nathenson, mit dem wir seit über 20 Jahren freundschaftlich verbunden sind und der uns bei dem letzten Buchprojekt Die Entdeckung Berlins von Chicago aus wunderbar unterstützt hat. Herzlichen Glückwunsch zu der tollen neuen Aufgabe, Cary!

Cary Nathenson begrüßt die Gäste.

Think big! Die Baustelle. Fotos: Bienert