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Mittwoch, 1. Dezember 2021
Berlin in der Krise (1929-1933) - Literarische Expeditionen zum Nachhören
Pierre Schlemihl führt durch Berlin
Hier in Gänze lesen
Samstag, 23. Oktober 2021
Magische Spiegelungen - Johann Erdmann Hummel in der Alten Nationalgalerie
Spieglein, Spieglein an der Wand: Niemand hat im frühen 19. Jahrhundert vertracktere Licht- und Schattenspiele in verspiegelten Bildräumen konstruiert als der Berliner Malerprofessor Hummel. Die Berliner Nationalgalerie feiert ihn als magischen Realisten, hundert Jahre vor dem Triumphzug der Neuen Sachlichkeit.
Von Michael Bienert. Als der Maler Johann Erdmann Hummel im Frühjahr 1799 nach einem siebenjährigen Studienaufenthalt in Italien in seine Heimatstadt Kassel zurückkehrte, wurde er nicht mit offenen Armen empfangen. Um sich als Hofmaler zu empfehlen, arbeitete er an einem großformatigen Bild, das die Gegend um Schloss Wilhelmshöhe als ideale Parklandschaft darstellte. Hirten, Bürger und Adelige bevölkern das Panorama, in dem eine tief stehende Nachmittagssonne die hügelige Landschaft besonders plastisch erscheinen lässt und der Herkules am Horizont im blauen Dunst verschwimmt. Doch das mit größter Raffinesse komponierte und filigran gemalte Bild mochte der Landgraf von Hessel-Kassel nicht ankaufen. Erst 1968 wurde es für die Kasseler Kunstsammlungen erworben.
Recht unauffällig hängt dieses Hauptwerk der Kasseler Zeit nun in der Alten Nationalgalerie in Berlin, die Hummel die erste große Retrospektive seit fast 100 Jahren widmet. Der Fokus liegt hier auf der Entwicklung, die Hummel nach dem Abschied von seiner Heimatstadt in Preußen genommen hat. Mit Anfang Dreißig kam er nach Berlin, ein halbes Jahrhundert lebte, arbeitete und lehrte Hummel an der Spree, ehe er 1852 hochbetagt mit 83 Jahren starb. Er war demnach ein Zeitgenosse Caspar David Friedrichs, dessen Ikonen romantischer Malerei – wie der „Mönch am Meer“ und die „Abtei am Eichwald“ – im Oberlichtsaal nebenan das Publikum fesseln. Beide Maler erregten im frühen 19. Jahrhundert maximales Aufsehen in den Kunstausstellungen, die die Berliner Akademie regelmäßig ausrichtete. Doch anders als dem Popstar Caspar David Friedrich war Hummel postum nur bescheidener Ruhm beschieden.
Dass Hummel heute in Berlin überhaupt noch einen Namen hat, verdankt sich vor allem einem einzigen Motiv. Als Maler begleitete Hummel um 1830 den Entstehungsprozeß der riesigen Granitschale, die vor Schinkels Altem Museum im Lustgarten steht. Die 75 Tonnen schwere Riesenschüssel aus märkischem Granit galt seinerzeit als kunsthandwerklich-technologisches Weltwunder und vaterländisches Symbol. Hummel schuf mehrere Bilder, in denen der Koloss im Mittelpunkt steht. Auf seiner berühmtesten Stadtansicht spiegeln sich Spaziergänger, Lustgarten und Schloss in der auf Hochglanz polierten Oberfläche der Schale. So unverrückbar wie der Trumms auf der Museumsinsel steht, so unverzichtbar schmückt dieses Gemälde Hummels die Dauerpräsentation von Berliner Malerei des 19. Jahrhunderts in der Nationalgalerie. Ein One-Hit-Wonder, welches fast das gesamte übrige Oeuvre Hummels in den Schatten stellt. Weiterlesen auf www.text-der-stadt.de/Hummel.htmlMittwoch, 20. Oktober 2021
Der Romantiker als Expressionist
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| Carl Blechen, Vorfrühling Villa Borghese, 1829 |
Von Elke Linda Buchholz. ︎ Kein anderer Zeitgenosse ließ das Licht so heftig und ungebremst strahlen wie Carl Blechen in seinen Mini-Ölskizzen aus Italien. Kaum postkartengroß sind die Formate bisweilen. Dafür steckt die Intensität des erlebten Moments drin. Sonne pur! Auf ockerfarbenen Felsen, auf Blattwerk, auf dem Rasen vor der Villa Borghese, die winzig klein zur Randerscheinung wird. Da hat ein eigensinniger Maler hingeschaut und umgesetzt, was er sah. Genau das faszinierte Max Liebermann. Er fand, Blechen sei damit „das Einfachste und daher Schwerste“ gelungen. Weiterlesen
Montag, 18. Oktober 2021
Die Chamisso-Gesellschaft - bald in Berlin?
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| Das Literaturhaus Berlin | |
Freitag, 1. Oktober 2021
Neues Video: Wie weit ist es von der WATERKANT BERLIN bis zur Ostsee?
Spandau mit dem Rad erkunden: Berlin-Historiker Michael Bienert setzt sich den Schutzhelm auf, schwingt sich aufs Rad und erkundet die explosive Vergangenheit des ältesten Bezirks der Hauptstadt.
Die unvollendete Metropole - jetzt in Oberschöneweide wiedereröffnet
www.industriesalon.de/fuehrungen
Mittwoch, 29. September 2021
Romantik im Doppelpack
Dienstag, 27. Juli 2021
Zu gut für eine Frau
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| A. D. Therbusch, Selbstporträt, um 1782 |
Die Augen
der Malerin folgen einem auf
Schritt und Tritt im Raum: ein Künstlertrick, den viele
beherrschten; die
klassischen Porträtgalerien sind voll davon. Aber Anna
Dorothea Therbusch setzt
noch eins drauf. Ein kreisrundes Einglas hängt an einem
schwarzen
Nieten-Lederband vom duftigen Kopftuch vor ihrem Auge
herab. Es schärft ihren
Blick und fokussiert. Das aufmerksame Künstlerinnenauge
wird zum Mittelpunkt
der Bildinszenierung. Im Zeitalter der Aufklärung ist
diese uneitel dokumentierte
Sehhilfe Programm: Nachweis eines glaubwürdigen Strebens
nach Wahrheit. Dicke Folianten
am Boden betonen die Intellektualität der Dargestellten.
Ihr silbriger Rock
schillert als Bravourstück lässig-lockerer Peinture.
Anna Dorothea Therbuschs
lebensgroße
Selbstdarstellung in der Gemäldegalerie nimmt einen Ehrenplatz
zwischen
Antoine Pesne und Anton Graff, dem älteren und dem
jüngeren Kollegen ein...
Das Porträt, das Elke Linda Buchholz zum 300. Geburtstag der Malerin Anna Dorothea Therbusch für den Tagesspiegel geschrieben hat, ist so schön, dass es noch eine Weile in ganzer Länge als Aufmacher auf unserer Website stehen bleiben darf: http://www.text-der-stadt.de/Therbusch.html










