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Samstag, 18. August 2012
Im Theater (36): Seefestspiele mit "Carmen" am Wannsee
Hatte in diesem feuchtkalten Berliner Sommer überhaupt jemand Lust, ins Freibad zu gehen? Die Oper machts möglich: Jeden Abend bilden sich jetzt lange Schlangen vor dem Strandbad Wannsee. Berlin spielt Bregenz, doch so ganz will das auch im zweiten Jahr nicht klappen. Anders als bei den Opernaufführungen auf dem Bodensee gibt es am Wannsee keine vom Wasser umflutete Bühne. Letztes Jahr mussten die Veranstalter ihr „Zauberflöten“-Spektakel wegen Protesten von Naturschützern kurzfristig von Potsdam nach Berlin verlegen, auch diesmal klagen sie über Auflagen der Berliner Umweltbehörde und wollen sich nächstes Jahr eine andere Stadt mit See suchen. Die Bühne steht auf einer Böschung hoch über dem Ufer, das Publikum schaut in Richtung Sonnenuntergang, doch den Seeblick hat der Bühnenbildner Volker Hintermeier durch einen riesigen Damenfächer mit der Leuchtschrift „Cigares“ verstellt, damit der Doofste erkennt: „Carmen“ spielt in Spanien.
Donnerstag, 16. August 2012
Stille Straße 10: Vortrag im besetzten Seniorenclub zur Geschichte des Hauses
Niemand kennt das Pankower Städtchen, ehemals Wohnsitz der DDR-Oberen, so gut wie Hans-Michael Schulze. Kommenden Montag hält er dort einen Vortrag unter dem Titel "Der Seniorenzug nach Pankow", hier seine Einladung:
Dass die langjährige Villa von Stasi-Chef Erich Mielke in Berlin-Niederschönhausen von pfiffigen Senioren als Begegnungsstätte besetzt worden ist, ging in diesem Sommer weltweit durch die Medien (zum Pressearchiv und Blog). Zu den Befürwortern der Aktion gehörte Jasmin Tabatabei, die den Besetzern und vor allem Besetzerinnen vor einem Monat aus ihrem neuen Buch vorlas. Am 20. August 2012 halte ich in der Stille Straße 10 um 17 Uhr im Pankower "Städtchen" einen mediengestützten Vortrag über die Geschichte der Wohnsiedlung; nicht zuletzt, um Auskunft und Eindruck darüber geben zu wollen, wie lange beispielsweise Erich Mielke das Haus mit seiner Familie nutzte und welch mantische Qualitäten und verrückten Wendungen unser Dasein haben kann.
Nachher weiss man immer alles besser! :-)
Natürlich werden Mielkes illustre Nachbarn ebenfalls nicht zu kurz kommen und das nicht zuletzt mit langjährig recherchierten Bildern, Filmaufnahmen und Tondokumenten,
teilweise von erschütternder Gefühlskälte. Der Eintritt ist frei! Herzlichst Euer
Hans-Michael Schulze
Mittwoch, 15. August 2012
Friedenauer Lesenacht (II)
Die Gastgeber aus der Brünnhildestraße 3 haben schon Plakate auf die Straße gehängt, um für die Friedenauer Lesenacht am kommenden Samstag und die Auftritte von Michael Bienert um 21 und 22 Uhr zu werben. Gestern konnte der Autor den versteckten Leseort in Augenschein nehmen, der wunderbar zu dem Buch Stille Winkel in Berlin passt: einen Ruheplatz mit einer Pergola unter hohen Bäumen, mitten in einem Häuserblock versteckt. Wie ein Beweis für die These des Buches, dass der Berliner nicht nur das Tempo liebt, sondern mindestens ebensosehr damit beschäftigt ist, Zonen der Kontemplation und der Stille in der Millionenstadt zu erfinden. Mehr über die Lesenacht
Mittwoch, 8. August 2012
Friedenauer Lesenacht (I)
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| Da gehts lang: der Friedenauer Stadtplan mit den Schauplätzen der Lesenacht |
Karten sind im Vorverkauf für 9 Euro erhältlich, abends an allen Leseorten für 10 Euro, sie berechtigen zum Besuch aller Veranstaltungen! Michael Bienert liest um 21 Uhr und und 22 Uhr in einem Privatgarten (Brünnhildestraße 3) aus Stille Winkel in Berlin. Die Lesenacht wird ehrenamtlich von literaturbegeisterten Friedenauerinnen organisiert, mit ein wenig männlicher Unterstützung - nicht umsonst trägt ein Porträt der Literaturszene im Kiez, das wir bereits vor zwei Jahren publiziert haben, den Titel Die Frauen von Friedenau.
Zum Programm der Lesenacht
Montag, 6. August 2012
Mit dem Bauhaus reisen
Das Berliner Bauhaus-Archiv, die Stiftung Bauhaus Dessau und die Klassik Stiftung Weimarer firmieren als Herausgeber eines Reiseführers zu den Bauhaus-Stätten. Michael Bienert hat ihn für das literaturblatt ausführlich und kritisch besprochen.
„Jedem das Seine“ – die perfide Inschrift am Schlüpftor des Konzentrationslagers Buchenwald lässt nicht gleich an die Kunstschule denken, die Walter Gropius 1919 im nahen Weimar gründete. Doch die sorgfältig proportionierten, weich abgerundeten Metallbuchstaben am Gittertor lassen durchaus den Einfluss der Bauhaus-Typografie erahnen – wenn man darum weiß. Gestaltet hat sie der Häftling Franz Ehrlich, ein Bauhausschüler mit kommunistischen Überzeugungen, der deswegen von 1937 bis 1939 in Buchenwald inhaftiert war. Auch einen Generalbebauungsplan für das Lager musste Ehrlich entwerfen. Er überlebte den Zweiten Weltkrieg als Todeskandidat in einem deutschen Strafbataillon, später in der DDR war er ein gefragter und nicht immer bequemer Stadtplaner, Architekt und Designer.
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„Jedem das Seine“ – die perfide Inschrift am Schlüpftor des Konzentrationslagers Buchenwald lässt nicht gleich an die Kunstschule denken, die Walter Gropius 1919 im nahen Weimar gründete. Doch die sorgfältig proportionierten, weich abgerundeten Metallbuchstaben am Gittertor lassen durchaus den Einfluss der Bauhaus-Typografie erahnen – wenn man darum weiß. Gestaltet hat sie der Häftling Franz Ehrlich, ein Bauhausschüler mit kommunistischen Überzeugungen, der deswegen von 1937 bis 1939 in Buchenwald inhaftiert war. Auch einen Generalbebauungsplan für das Lager musste Ehrlich entwerfen. Er überlebte den Zweiten Weltkrieg als Todeskandidat in einem deutschen Strafbataillon, später in der DDR war er ein gefragter und nicht immer bequemer Stadtplaner, Architekt und Designer.
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Neue Broschüre über Denkmalschutzprojekte in Berlin
Elke Linda Buchholz hat die Texte für die schön illustrierte Broschüre Förderprojekte in Berlin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz geschrieben, die soeben erschienen ist. Damit liegt nun eine kostenlose Begleitpublikation zu unseren Führungen unter dem Motto Denkmal gerettet! vor (nächste Termine am 26. August und 23. September 2012, 14 Uhr). Auf der Stadterkundung mit U- und S-Bahn werden allerdings im einzelnen ganz andere Projekte vorgestellt als in der Broschüre! Die Publikation ist eine willkommene Ergänzung: Sie berücksichtigt weit auseinander liegende Denkmale, die im Rahmen einer Stadtführung gar nicht zu bewältigen sind wie die Liebermann-Villa in Wannsee, das Studentendorf Schlachtensee, das Renaissance-Theater in Charlottenburg und Schloss Schönhausen in Pankow. Das Heft kann hier kostenlos bestellt werden.
Ausflug zu Friedrich Nicolai nach Halberstadt
Der Aufklärungsschriftsteller und Verleger Friedrich Nicolai (1733-1811) hat wie kein Zweiter das intellektuelle Leben im Berlin des ausgehenden 18. Jahrhunderts geprägt, sein ehemaliges Verlagshaus in der Brüderstraße 13 gehört zu den eindrucksvollsten Stationen auf unserem Stadtspaziergang Berlin wird aufgeklärt (nächster öffentlicher Termin am 17. August, 19 Uhr). Im Gleimhaus Halberstadt ist noch bis 2. September 2012 eine Sonderausstellung über Nicolai zu sehen.
Donnerstag, 2. August 2012
Stadtführer im Trainingslager
Auch Stadtführer gehen manchmal ins Trainingslager, in diesem Juli ging es zum ersten Mal seit vielen, vielen Jahren in die Berge. Das Foto links zeigt die Schneekoppe im Riesengebirge, darunter den "Kleinen Teich" in rund 1000 Meter Höhe oberhalb von Karpacz (früher Krummhübel). Fantastisches Terrain, um die Beinmuskulatur auf steilen Wegen und wackligen Steindämmen zu trainieren, ein ganz anderes Gefühl als auf dem Berliner Pflaster, mit atemberaubenden Ausblicken ins Hirschberger Tal. Überall Rinnsale und rauschende Bäche, die erfrischend über Felsbrocken ins Tal stürzen. Auf dem Bild unten kühlt der literarische Stadtführer Michael Bienert seine Füße im klaren Wasser des "Kleinen Teichs". So vorbereitet, nehmen wir Anfragen nach Gruppenführungen gerne entgegen - aber nur für Touren durchs Berliner Flachland.
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| Fotos: Leon Buchholz |
Freitag, 13. Juli 2012
Und tschüss!
Samstag, 7. Juli 2012
Neue Stadtführung: Warenhäuser in Berlin
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| An der Stelle des berühmtesten Berliner Warenhauses der Vorkriegszeit wird zur Zeit ein riesiges Shopping-Center gebaut. |
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