Der Große Krieg wirft seinen Schatten voraus. 2014 jährt sich der Beginn des „Great War“ oder „Grande Guerre“, wie der Erste Weltkrieg anderswo genannt wird, zum 100. Mal. Damit sich jeder Europäer selbst ein Bild machen kann, wie die Vorfahren mit Bajonetten und Giftgas übereinander herfielen, startet in diesem Jahre ein internationales Digitalisierungprojekt. Nationalbibliotheken aus acht Ländern stellen Material für die Europeana bereit, die gemeinsame Internetplattform der Bibliotheken, Archive und Museen. 5,4 Millionen Euro sollen in die Digitalisierung von 400.000 Dokumenten fließen: Soldatenbriefe, Schützengrabenzeitungen, Kriegskochbücher, Kinderbücher mit Kriegspropaganda, Fotos und Karten von den Schauplätzen des Gemetzels. Mitarbeiter der Berliner Staatsbibliothek hatten die Idee zu dem europäischen Verbundprojekt und kämpften sich beharrlich durch das komplizierte Antragsverfahren der Europäischen Kommission. Am Ende entschieden die Deutschen die Schlacht um die begehrten EU-Fördermillionen souverän für sich. - Weitere Kolumnen und Berichte aus der Kulturrepublik finden Sie hier.
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Montag, 31. Januar 2011
Europeana
Der Große Krieg wirft seinen Schatten voraus. 2014 jährt sich der Beginn des „Great War“ oder „Grande Guerre“, wie der Erste Weltkrieg anderswo genannt wird, zum 100. Mal. Damit sich jeder Europäer selbst ein Bild machen kann, wie die Vorfahren mit Bajonetten und Giftgas übereinander herfielen, startet in diesem Jahre ein internationales Digitalisierungprojekt. Nationalbibliotheken aus acht Ländern stellen Material für die Europeana bereit, die gemeinsame Internetplattform der Bibliotheken, Archive und Museen. 5,4 Millionen Euro sollen in die Digitalisierung von 400.000 Dokumenten fließen: Soldatenbriefe, Schützengrabenzeitungen, Kriegskochbücher, Kinderbücher mit Kriegspropaganda, Fotos und Karten von den Schauplätzen des Gemetzels. Mitarbeiter der Berliner Staatsbibliothek hatten die Idee zu dem europäischen Verbundprojekt und kämpften sich beharrlich durch das komplizierte Antragsverfahren der Europäischen Kommission. Am Ende entschieden die Deutschen die Schlacht um die begehrten EU-Fördermillionen souverän für sich. - Weitere Kolumnen und Berichte aus der Kulturrepublik finden Sie hier.
Samstag, 29. Januar 2011
Ein Puzzle aus 27.000 Teilen
Tell Halaf? Der Name war fünfzig Jahre lang so gründlich vergessen, dass man eher an einen Karnevalsruf dachte als an einen Ort archäologischer Entdeckungen. "Tell" bedeutet "Hügel" - und davon gibt es viele in der syrischen Wüste. Und unter dem Tell Halaf entdeckte der Selfmadeforscher Max von Oppenheim 1899 Götterstandbilder und Tierreliefs, die sich als Meilensteine der Orientarchäologie erwiesen. Jetzt sind die Götter vom Tell Halaf wieder da - und lassen einen doppelt staunen. Lesen Sie den Ausstellungsbericht von Elke Linda Buchholz in der STUTTGARTER ZEITUNG.
Donnerstag, 27. Januar 2011
Mundtot, aber nicht für immer
Oppenheims Dschihad
Der Aufruf zum Heiligen Krieg kam aus Berlin: „El Dschihad“ prangt in großen Lettern auf einer während des Ersten Weltkriegs gedruckten Postille. Die Zeitschrift sollte an islamische Kriegsgefangene verteilt werden. Dahinter stand einer der besten Orientkenner seiner Zeit: Max Freiherr von Oppenheim. Heute werden seine im Zweiten Weltkrieg zerstörten und in den letzten Jahren wieder zusammengesetzten Grabungsfunde vom Tell Halaf auf der Museumsinsel der Öffentlichkeit präsentiert. Elke Linda hat den schillernden Max von Oppenheim für die Sonderseiten des TAGESSPIEGEL porträtiert. Zum Artikel
Dienstag, 25. Januar 2011
Wem gehört die Schöne?
Der Name Nofretete bedeutet: Die Schöne ist gekommen. Könnte die Büste der ägyptischen Königin womöglich wieder aus dem Neuen Museum in Berlin verschwinden? Vorstellen kann und will sich das niemand, auch nicht Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz: "Die Nofretete ist und bleibt die beste Botschafterin Ägyptens in Berlin." Elke Linda Buchholz schreibt heute in der STUTTGARTER ZEITUNG über die Hintergründe der neuerlichen Rückgabeforderungen aus Ägypten. Lesen Sie mehr.
Montag, 24. Januar 2011
Glückssucher im Bundestag
Wachstum, Wachstum und noch mehr Wachstum, das könne so doch nicht ewig weitergehen, warnte der Club of Rome schon im Jahr 1972, denn die Erde und ihre Ressourcen seien begrenzt. Doch bis heute gilt Wachstum, gemessen an der Steigerung des Bruttoinlandsprodukts, als Hauptindikator für wirtschaftlichen und politischen Erfolg. Automatisch glücklicher fühlen die Leute sich dadurch freilich nicht. Und sogar die Folgekosten von Umweltkatastrophen treiben das Bruttoinlandsprodukt in die Höhe! Das kleine Königreich Bhutan hat weitsichtig schon vor dreißig Jahren statt Wachstum das Glück seiner Einwohner zur Richtlinie des Regierungshandelns erklärt. Es lässt die Zufriedenheit seiner Bürger durch ausführliche Befragungen statistisch erfassen. Ähnliches planen nun auch die Regierungen in Frankreich und England. Im Deutschen Bundestag hat vergangene Woche die Enquetekommission „Wirtschaft, Wohlstand, Lebensqualität" ihre Arbeit aufgenommen, die einen neuen Fortschrittsindikator definieren soll. Dabei soll laut Einsetzungsbeschluss die „subjektiv von den Menschen erfahrene Lebensqualität und Zufriedenheit" nicht zu kurz kommen. Wenigstens die Glücksforschung in Deutschland steht vor glücklichen Zeiten! Weitere Kolumnen aus der Kulturrepublik finden Sie hier (und jeden Montag in der STUTTGARTER ZEITUNG). Das Foto zeigt das futuristische Hauptfoyer des Paul-Löbe-Hauses, in dem die Ausschüsse des Parlaments tagen.
Sonntag, 23. Januar 2011
Wir globalisieren auch!
Die neuen Artikel über Literaturhäuser und Literaturarchive in Deutschland für die Onlineredaktion des Goethe-Instituts sind echte Renner. Sie wurden nicht nur sofort ins Englische bzw. Amerikanische übersetzt und auf die Websiten regionaler Institute übernommen, inzwischen gibt es auch Versionen in Polnisch, Niederländisch, Chinesisch und Indonesisch.
Mittwoch, 19. Januar 2011
Tanz auf dem Vulkan
Montag, 17. Januar 2011
Die Kartoffel kreist weiter
Wie kommt die Kunst unters Volk? Der Akademiepräsident und Plakatkünstler Klaus Staeck hat dafür seit Jahrzehnten eine eigene Strategie. Er verlegt Werke von Künstlern wie Beuys oder Jonathan Meese als Editionen zu erschwinglichen Preisen. Auch der 1941 geborene Sigmar Polke gehört zu seinem Portfolio, seit er in den sechziger Jahren mit seinen Rasterbildern unter dem ironischen Schlagwort "Kapitalistischer Realismus" bekannt wurde. "Er hat den Drucker, hat die Logistik, hat den Vertrieb und die Künstler", meinte Polke lapidar. Bis heute hat Staeck Grafiken von ihm im Angebot, übers Internet per Mausklick zu bestellen. Nicht ohne Stolz rollt der Verleger nun seine "Bilanz einer Künstler-Freundschaft" in einer Ausstellungshommage der Berliner Akademie der Künste auf. Jeden Zettel hat der manische Sammler Staeck aufgehoben. Etwa die Honorarabrechnungen Polkes, die der großer Improvisator mit raschem Stift auf Probeabzüge seiner Grafiken kritzelte und durch Zeichnungen und witzige Kommentare flugs in improvisierte Unikate verwandelte. Weiterlesen können Sie diesen Ausstellungsbericht auf der Internetseite der STUTTGARTER ZEITUNG.
Montag, 10. Januar 2011
Stillstand
„Die S-Bahn gehört zu unseren Intimitäten“, schrieb Uwe Johnson 1964 und warnte die Westberliner vor den verheerenden Folgen des S-Bahn-Boykotts, zu dem Senat und Gewerkschaften nach dem Mauerbau aufriefen. Der Boykott sollte die Deutsche Reichsbahn und Machthaber in Ostberlin treffen, das traurige Ergebnis war der Niedergang des einstmals modernsten Nahverkehrssystems der Welt. Nach der Wiedervereinigung wurden Milliarden im Berliner Schienennetz verbaut, um es wieder auf den Vorkriegsstand zu bringen. In diesem Winter steuert die S-Bahn zurück in die Vergangenheit: Es fehlt an einsatzfähigen Wagen und Personal, Strecken zum Stadtrand wurden letzte Woche komplett still gelegt, in der Innenstadt verkehren Züge so selten und sind derart überfüllt, dass man sie möglichst meidet. Berlin ohne funktionierende S-Bahn, das ist wie Stuttgart ohne Hauptbahnhof: ein Anschlag auf das Heimatgefühl der Hauptstadt. Eigentlich müssten die wütenden Berliner dem Stuttgarter Vorbild folgen und im Regierungsviertel massenhaft gegen die Verantwortlichen demonstrieren. Aber die Lage ist aussichtslos: Wie soll man dort ohne S-Bahn überhaupt hinkommen? - Mehr Kolumnen aus der Kulturrepublik finden Sie hier.




